Gehölzschnitt am Rückhaltebecken in Ibbenbüren

Das hat die NABU-Ortsgruppe Ibbenbüren auf den Plan gerufen.

Am Regenrückhaltebecken an der Rudolf-Diesel-Straße / Bogenstraße ist gesägt und gerodet worden. Kräftig. Bäume und Sträucher wurden dort entfernt. Und das nicht zu knapp. Das hat die NABU-Ortsgruppe Ibbenbüren auf den Plan gerufen. Man wolle die Maßnahme zwar nicht grundsätzlich anzweifeln, frage sich aber schon, ob das in dieser Radikalität hätte sein müssen.

Wir haben bei Martin Hagedorn von der Stadt Ibbenbüren, Abteilung Stadtentwässerung, nachgefragt, was es denn mit dieser Maßnahme auf sich hat. Denn: Regenrückhaltebecken dienen eben der Stadtentwässerung und fallen folglich in seine Zuständigkeit.

„Dieses Regenrückhaltebecken ist 1992 errichtet worden“, weiß er. Und in 28 Jahren habe sich dort eine Menge getan. Vor allem in Sachen Pflanzen. „Nach Errichtung ist im Bereich hinter den Böschungsoberkanten als Ausgleich für den damaligen Eingriff die Peripherie auf dem Gelände weitgehend mit Gehölzen bepflanzt worden, die sich jedoch in der Zwischenzeit zu einem dichten Bestand aus vorwiegend geringem Baumholz und Sträuchern entwickelt hat“, sagt Hagedorn. „Die in der Bepflanzungsplanung als Extensivrasen oder Sukzessionsflächen vorgesehenen Bereiche sind zu größeren Teilen von Gehölzen besiedelt worden.“ Auch an den Böschungsunterkanten unmittelbar am Wasser. Weiden und Erlen.

Und das ist eben nicht ganz ohne. Denn: Dieses Rückhaltebecken gehöre zum Gewerbegebiet Süd, so Hagedorn. Er soll das Oberflächenwasser zurückhalten und sukzessive in den dafür vorgesehenen Graben leiten. Wenn nun aber die Bäume ins Wasser ragten oder Laub, Dreck und Zweige das Becken füllen, drohen Verschlammung und Verstopfung des Beckens. Folge: Die notwendige Kapazität ist nicht mehr gegeben, es läuft schneller voll. Und wenn es langandauernd regnet, letzten Endes irgendwann über.

Das soll nicht sein. „Das Regenrückhaltebecken ist eine technische Anlage der Stadtentwässerung und muss entsprechend den Vorgaben monatlich inspiziert und dokumentiert werden“, sagt Martin Hagedorn. Aus haftungsrechtlichen Gründen müssten das seinerzeit genehmigte Rückhaltevolumen und die Funktion des Regenrückhaltebeckens dauerhaft gewährleistet sein, um eventuellen Schäden bei entsprechenden Wetterereignissen im Unterlauf vorzubeugen. „Eine technische Anlage muss funktionieren.“ Deshalb die Rodungsmaßnahmen. Und deshalb auch in dieser Konsequenz. „Die Bäume an der Böschungssohle mussten gefällt werden, da diese sonst drohten in das Becken hineinzufallen. Die maschinelle Pflege und Räumung des Beckens durch Geräte musste wieder gewährleistet werden“, erklärt Hagedorn. Zudem sei die Standsicherheit einiger Bäume gefährdet gewesen.

Schon Ende 2019 sei in einem Teilabschnitt begonnen worden, den damaligen Ursprungszustand sukzessiv wieder herzustellen, da Unterhaltungsarbeiten am Regenrückhaltebecken aufgrund des nunmehr ungewollten Bewuchses nicht mehr möglich gewesen seien. Solche Arbeiten würden selbstverständlich nicht vorgenommen, wenn Nester im Bau seien. „Stichtag ist der 28. Februar“, so Hagedorn. „Wir machen das so schonend wie möglich und entfernen nur so viel wie nötig.“

Der NABU indes frage sich nun, warum dort nicht schon früher und vor allem regelmäßiger Gehölzschnitte vorgenommen worden seien. Dann, so sagt es Reinhard Mau von der Ortsgruppe Ibbenbüren, wäre diese Radikalität jetzt nicht notwendig gewesen und man hätte einen Schutz zum Beispiel für Amphibien erhalten können. Deswegen wünsche man sich für die Zukunft regelmäßigere, aber weniger tiefgreifende Schnittmaßnahmen. Zudem rege der Nabu die Pflanzung einer Benjes-Hecke an, um den Tieren einen Schutz zu ermöglichen. Man sei auch gerne bereit, sich bei der Anlegung und der Pflege einzubringen, so Mau weiter. „Wir werden diesbezüglich auch noch einmal das Gespräch mit der Stadt suchen.“

Bericht von Henning Meyer-Veer IVZ online

Foto Reinhard Mau

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